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Vom Eliteschützen zum Familienleben

Geschrieben von Kristine Streton | 20.01.2026 09:00:00

Vom Eliteschützen zum Familienleben: eine Geschichte über Leidenschaft, Familie und Freude.

Charlotte Streton

Die Zeit vergeht wie im Fluge - wenn ich die Augen schließe, sehe ich das Ziel vor mir, der perfekte Schuss liegt direkt vor mir.... Aber nicht ich habe den Finger am Abzug, sondern ein neuer junger Schütze, mit dem ich die Ehre habe, zu arbeiten. Es ist 20 Jahre her, dass ich mein Gewehr an den Nagel gehängt habe, nachdem ich 12 Jahre lang Erfahrungen als Eliteschütze im Parasport Dänemark gesammelt hatte. Mein Ziel ist es, diesen jungen Menschen dabei zu helfen, sich ein Ticket für die Paralympics zu schießen und damit eine Erfahrung fürs Leben zu machen. Ich weiß aus Erfahrung, dass viele Stunden harter Arbeit vor ihnen liegen, aber auch, dass sich das alles lohnt. Das Gefühl, das ich in meinem Körper hatte, als ich ganz oben auf dem Podium stand, kann man nicht beschreiben, man muss es erleben.

Privates Foto: Mein italienischer Schießkamerad und Konkurrent, Santo Mangano, und ich nach dem Finale der Paralympics 1992 in Barcelona.

Meine Liebe zum Sport begann, als ich 9 Jahre alt war, und hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Diese Freude habe ich mit Freude an meine Tochter Kristine weitergegeben, die seit vielen Jahren Eishockey spielt und nun beginnt, sich mit den "großen Jungs" im Powerchair-Floorball zu messen.

Kristine wurde 3 Monate zu früh geboren (kurz nachdem ich meine letzte Europameisterschaft geschossen hatte) und hat leider meine "nicht erbliche" Muskeldystrophie geerbt. Trotz des schwierigen Starts in das Leben als Mutter ist es mir gelungen, ein Leben für meine kleine Familie zu schaffen, in dem Spaß und Ernsthaftigkeit Hand in Hand gehen. Ich habe einen wunderbaren Freund, der meine verrückten Aktionen unterstützt, der mir aber auch zur Seite steht, wenn meine Rolle als Mutter kritisch ist. Eltern zu sein, kann manchmal ein bisschen viel sein, aber ein Elternteil mit einer Behinderung zu sein, dessen Kind auch eine schwere Behinderung hat, ist etwas ganz anderes. Glücklicherweise hat mein Leben als Mutter viele positive Erfahrungen gebracht, die die stundenlangen Sorgen und Tränen in den Hintergrund gedrängt haben. Heute hat Kristine einen Bachelor-Abschluss in Dänisch und Psychologie und träumt von der Zukunft wie jeder andere junge Mensch auch.

"Ich habe einen lang gehegten Traum verfolgt, nämlich Keramik zu machen, und verbringe viele Stunden pro Woche mit Ton in meinen Händen. Die Zeit wird zeigen, was die nächsten Jahre bringen werden, aber ich kann mit großer Sicherheit sagen, dass ich meine Arbeit als Freiwillige in der Muskeldystrophie-Stiftung fortsetzen werde. Ich bin schon seit einigen Jahren im Vorstand der Stiftung und habe sowohl beim Cirkus Summarum als auch beim Green Concert ehrenamtlich mitgearbeitet.


Privates Foto: Das Schießen hat mir wirklich Erfahrungen fürs Leben gegeben.

Das Leben mit einer chronischen Krankheit ist selten ohne Herausforderungen, aber ich habe das Glück, in einer Familie aufgewachsen zu sein, die immer die Möglichkeiten und nicht die Grenzen gesehen hat. Ich war mit meiner Schule in einem Kanu mit meinem Rollstuhl auf dem Fluss Gudenåen unterwegs, bin in dänischen Gewässern gesegelt und bin Tausende von Kilometern durch Europa gefahren, sowohl mit als auch ohne mein Gewehr. In den letzten Jahren war ich eine Mutter mit einem großen M. Und ich bin glücklich, dass ich einen Teil meiner Erfahrungen an meine Tochter und andere wunderbare junge Menschen weitergeben kann.


Privates Foto: Es macht mir Freude, Teil der "Reise" der jungen Schützen zu sein.

 

 

 

Geschrieben von: Charlotte Streton
Stadt/Land: Lille Skensved, Dänemark
Hobby: Keramiken und Lesen